Rassismus

United-Dolphins e.V.

Ras­sis­mus ist eine Ge­sin­nung oder Ideo­lo­gie, nach der Men­schen auf­grund we­ni­ger äu­ßer­li­cher Merk­ma­le – die eine be­stimm­te Ab­stam­mung ver­mu­ten las­sen – als „Rasse“ ka­te­go­ri­siert und be­ur­teilt wer­den. Die zur Ab­gren­zung her­an­ge­zo­ge­nen Merk­ma­le wie Haut­far­be, Kör­per­grö­ße oder Spra­che – um­strit­tener­wei­se teil­wei­se auch kul­tu­rel­le Merk­ma­le wie Klei­dung oder Bräu­che – wer­den als grund­sätz­li­cher und be­stim­men­der Fak­tor mensch­li­cher Fä­hig­kei­ten und Ei­gen­schaf­ten ge­deu­tet und nach Wer­tig­keit ein­ge­teilt. Dabei be­trach­ten Ras­sis­ten alle Men­schen, die ihren ei­ge­nen Merk­ma­len mög­lichst ähn­lich sind, grund­sätz­lich als hö­her­wer­tig, wäh­rend alle an­de­ren (oft­mals ab­ge­stuft) als ge­rin­ger­wer­tig dis­kri­mi­niert wer­den. Mit sol­chen Ras­sen­theo­ri­en, die an­geb­lich wis­sen­schaft­lich un­ter­mau­ert sind, wur­den und wer­den di­ver­se Hand­lun­gen ge­recht­fer­tigt, die den heute an­ge­wand­ten all­ge­mei­nen Men­schen­rech­ten wi­der­spre­chen.

 

Der Be­griff Ras­sis­mus ent­stand zu Be­ginn des 20. Jahr­hun­derts in der kri­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung mit auf Ras­sen­theo­ri­en ba­sie­ren­den po­li­ti­schen Kon­zep­ten. In an­thro­po­lo­gi­schen Theo­ri­en über den Zu­sam­men­hang von Kul­tur und ras­si­scher Be­schaf­fen­heit wurde der Be­griff der Rasse mit dem eth­no­lo­gisch-so­zio­lo­gi­schen Be­griff „Volk“ ver­mengt, z. B. von der „völ­ki­schen Be­we­gung“ in Deutsch­land und Ös­ter­reich.

 

Ras­sis­mus zielt dabei nicht auf sub­jek­tiv wahr­ge­nom­me­ne Ei­gen­schaf­ten einer Grup­pe, son­dern stellt deren Gleich­ran­gig­keit und im Ex­trem­fall deren Exis­tenz­be­rech­ti­gung in Frage. Ras­sis­ti­sche Dis­kri­mi­nie­rung ver­sucht ty­pi­scher­wei­se, auf (pro­ji­zier­te) phä­no­ty­pi­sche und davon ab­ge­lei­te­te per­sön­li­che Un­ter­schie­de zu ver­wei­sen.

 

Un­ab­hän­gig von sei­ner Her­kunft kann jeder Mensch von Ras­sis­mus be­trof­fen sein. Das In­ter­na­tio­na­le Über­ein­kom­men zur Be­sei­ti­gung jeder Form von Ras­sen­dis­kri­mi­nie­rung un­ter­schei­det nicht zwi­schen ras­sis­ti­scher und eth­ni­scher Dis­kri­mi­nie­rung.[1] Ein er­wei­ter­ter Ras­sis­mus­be­griff kann auch eine Viel­zahl an­de­rer Ka­te­go­ri­en ein­be­zie­hen. Men­schen mit ras­sis­ti­schen Vor­ur­tei­len dis­kri­mi­nie­ren an­de­re auf­grund sol­cher Zu­ge­hö­rig­keit, in­sti­tu­tio­nel­ler Ras­sis­mus ver­wei­gert be­stimm­ten Grup­pen Vor­tei­le und Leis­tun­gen oder pri­vi­le­giert an­de­re. Ras­sis­ti­sche Theo­ri­en und Ar­gu­men­ta­ti­ons­mus­ter die­nen der Recht­fer­ti­gung von Herr­schafts­ver­hält­nis­sen und der Mo­bi­li­sie­rung von Men­schen für po­li­ti­sche Ziele.[2] Die Fol­gen von Ras­sis­mus rei­chen von Vor­ur­tei­len und Dis­kri­mi­nie­rung über Ras­sen­tren­nung, Skla­ve­rei und Po­gro­me bis zu so­ge­nann­ten „eth­ni­schen Säu­be­run­gen“ und Völ­ker­mord.

 

Zur Dis­tan­zie­rung vom Ras­se­be­griff wird in der Hu­man­bio­lo­gie heute nur noch eine (will­kür­li­che) Un­ter­glie­de­rung des Men­schen in Po­pu­la­tio­nen vor­ge­nom­men. In der Bio­lo­gie ist Homo sa­pi­ens die ein­zi­ge re­zen­te Art und wird weder in „Ras­sen“ noch in Un­ter­ar­ten un­ter­teilt.

 

Der Be­griff des Ras­sis­mus über­lappt mit dem der Frem­den­feind­lich­keit und lässt sich oft nur un­ge­nau von die­sem un­ter­schei­den. Teile der So­zi­al­wis­sen­schaft un­ter­schei­den zwi­schen Frem­den­feind­lich­keit und Ras­sis­mus.

 

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