Delphintherapie

Vor- und Nachteile

Heilung auf den Schultern der der Delphine?
Eine schlechte Idee!

Dass die Zur­schau­stel­lung von Del­phi­nen zum Ver­gnü­gen der Men­schen frag­wür­dig ist, wis­sen auch die Be­trei­ber. Mit der Del­phin­thre­a­pie er­fan­den sie ein An­ge­bot, dass die de­so­la­te Hal­tung der Mee­res­säu­ger in den Hin­ter­grund rückt und die Kas­sen füllt.
 
Viele Be­rich­te über Er­fol­ge we­cken bei den Men­schen,die sich oft phy­sisch oder psy­chisch in einer Not­la­ge be­fin­den, ver­stän­li­cher­wei­se Hoff­nung.
 
An­bie­ter wol­len uns ver­kau­fen, dass es fast keine Krank­heit gibt die Del­phi­ne nicht hei­len kön­nen. Auf­ge­führt wer­den De­pres­si­on Auf­merk­sam­keits­stö­rung Down Syn­drom, Au­tis­mus chro­ni­scher Schmerz, Stress, Wir­bel­säu­len­ver­let­zun­gen, Aids, Ma­ger­sucht etc.
 
Für die­ses Ge­schäft mit der Hoff­nung sind die Men­schen be­reit einen hohen Preis zu zah­len.
Del­phin­the­ra­pi­en kos­ten oft ei­ni­ge hun­dert Euro pro Stun­de mit einem Del­phin. Oft wird dabei nur ein biss­chen ge­plantscht.


Nebenwirkungen und Wirksamkeit von Delpintherapien

 
Nach­wei­se der Wis­sen­schaft, für eine nach­hal­ti­ge po­si­ti­ve Wir­kung der Del­phin­the­ra­pie
gibt es nicht. Es wirkt sich po­si­tiv aus, dass Del­phin­the­ra­pi­en an war­men Fe­ri­en­des­ti­na­tio­nen
an­ge­bo­ten wer­den. Durch woh­li­ge Tem­pa­ra­tu­ren im Was­ser be­we­gen sich die Men­schen leich­ter, und kön­nen den Schmerz leich­ter los­las­sen. Auch die aqua­ti­sche Kör­per­ar­beit trägt einen Teil dazu bei.
 
Die Prä­senz der Tiere wirkt wohl­tu­end. Es ist nicht not­wen­dig wilde Del­phi­ne für die­sen Zweck zu fan­gen. Auch do­mes­ti­zier­te Tiere, wie Hunde und Pfer­de ver­mit­teln ein Wohl­ge­fühl.
 
Uns ist nicht be­kannt, dass Del­phi­ne auf­grund dau­ern­der Über­rei­zung ag­gres­siv re­agie­ren
und Men­schen an­grei­fen kön­nen. Hoch je­doch ist, dass Ri­si­ko von Krank­heits­über­tra­gun­gen im Was­ser.
 
Es be­ste­hen bei den Del­phin­the­ra­pi­en weder Vor­schrif­ten hin­sicht­lich Hy­gie­ne, Ge­sund­heit und Hal­tung der Tiere, noch Stan­darts in der Aus­bil­dung der The­ra­peu­ten.
 


Gefangen und verloren

 
Lei­der kur­belt die Nach­fra­ge von Del­phin­the­ra­pi­en den Pro­fit der Del­phin­in­dus­trie an. Der Del­phin der einst frei im Meer lebte,soll nun uns Men­schen hei­len. In Wild­fän­gen die das Über­le­ben gan­zer Del­phin­po­pu­la­tio­nen ge­fähr­den,wer­den sie ihren Fa­mi­li­en ent­ris­sen.
Die Folge ist,durch unn­ar­tür­li­che Le­bens­be­din­gun­gen wie Hal­tung in engen Be­ton­be­cken
oft der frühe Tot der Tiere.​Viele Del­phi­ne wer­den krank und ster­ben.
 
Wir müs­sen han­deln! Jähr­lich gehen in den Ocea­nen hun­dert­tau­sen­de Tiere zu­grun­de.
Viele Po­pu­la­tio­nen sind vom Aus­ster­ben be­droht.
 
United Dol­phins rät daher drin­gend ab von Del­phin­the­ra­pi­en. Do­mes­ti­zier­te Tiere wie Hunde und Pfer­de sind eine gute Al­ter­na­ti­ve.

Gesundheitsrisiken beim Schwimmen mit Delphinen

Hier eine Zu­sam­men­fas­sung von In­fek­ti­ons­ri­si­ken die auf­tre­ten kön­nen,durch den Kon­takt

mit den Tie­ren. Wir wol­len hier keine Angst schü­ren.Auch die An­zie­hungs­kraft die­ser wun­der­ba­ren Tiere soll hier nicht ge­schmä­lert wer­den.

 

In­fek­ti­ons­ri­si­ken und Ge­fah­ren sind be­son­ders in Del­fi­na­ri­en er­kenn­bar,und we­sent­lich höher als in frei­er Wild­bahn.

  • ungenügend gefiltertes Wasser, hoher Anteil an Fäkal und Fäulnisbakterien durch Nahrungsreste
  • höheres Erkrankungsrisiko für die Tiere durch nicht natürliche Lebensbedingungen und ein erhöhtes Risiko, auf bereits erkrankte Tiere zu treffen
  • ein hohes Aggressionspotenzial durch die künstliche Gefangenschaftssituation erhöht das Risiko von Verletzungen und  Bissen
  • an den Rändern der Becken entstehen Hautabschürfungen und offene Wunden. Durch diese können Krankheitserreger eindringen.

Um die Ri­si­ken zu mi­ni­mie­ren und ein­ge­tre­te­ne In­fek­tio­nen ein­zu­däm­men ist es wich­tig,dass Per­so­nen,die mit den Tie­ren um­ge­hen sowie die be­tref­fen­den Hu­man­me­di­zi­ner sich über die mi­kro­bak­te­ri­el­len Ri­si­ken mit den Tie­ren be­wusst sind.

 

Für Men­schen,die mit den Mee­res­säu­gern einen di­rek­ten Kon­takt haben,be­steht die Ge­fahr

einer mi­kro­bi­el­len  In­fek­ti­on. In­fek­tio­nen kön­nen beim Men­schen zu­sätz­lich durch in­di­rek­te Über­tra­gun­gen wie vom Blas der Tiere trans­por­tier­ten Ae­ro­so­len,mit Urin und Fä­ka­li­en kon­ta­mi­nier­tem Was­ser oder das An­fas­sen von Fut­ter­be­häl­tern aus­ge­löst wer­den.

 

In den Haut­wun­den  be­fin­den sich pa­tho­ge­ne Er­re­ger:

  • Strep­to­kok­ken u.a. Hals­ent­zün­dung, Schar­lach ,Lun­gen­ent­zün­dung
  • Sta­phy­lo­kok­ken u.a. Me­nin­gi­tis, Lun­gen­ent­zün­dung, Nie­ren­in­fek­tio­nen
  • Pseu­do­mo­nas u.a. Atem­wegs­er­kran­kun­gen, Le­gio­närs­krank­heit, Lun­gen­in­fek­tio­nen
  • Ae­ro­mo­nas u.a. Durch­fall, Wund­in­fek­tio­nen, Harn­weg­sin­fek­tio­nen
  • Ery­si­pe­lothrix, Haut­rei­zun­gen
  • Vi­brio u.a. Cho­le­ra, Wund­in­fek­tio­nen, schwe­re Sep­sis
  • Clo­s­tri­di­en u.a. Te­ta­nus
  • My­ko­bake­ri­en u.a. Tu­ber­ku­lo­se

 

Infektionen Viral

Mee­res­säu­ger er­kran­ken auch an Vi­rus­in­fek­tio­nen.Viele die­ser Er­re­ger sind auch für den Men­schen ge­fähr­lich. Die Krank­hei­ten die aus­ge­löst wer­den sind nicht neu.

 

Po­cken

Ein Po­cken ähn­li­ches Virus wurde in einer Del­fin­nie­re ge­won­ne­nen Zell­li­nie ge­fun­den.

Ver­schie­de­ne zur Grup­pe der Her­pes­vi­ren ge­hö­ren­de Viren wur­den iso­liert.

 

Toll­wut

Bei Krank­hei­ten wie Toll­wut soll­te man mei­nen,dass das Ri­si­ko einer Über­tra­gung durch

ein Mee­res­säu­ge­tier prak­tisch nicht exis­tiert.

Sämt­li­che Mee­res­säu­ger kön­nen Toll­wut über­tra­gen.

Per­so­nen die mit wild le­ben­den Tie­ren um­ge­hen und in Kon­takt kom­men,müs­sen sich die­ses

Ri­si­kos bei der Pla­nung ihrer Vor­beug­e­imp­fun­gen be­wusst sein oder Biss­wun­den

ent­spre­chend be­han­deln las­sen.

 

Ro­ta­vi­rus

Beim Men­schen kön­nen Ro­ta­vi­ren Ma­gen­darm­in­fek­tio­nen aus­lö­sen,die zu schwe­ren

Durch­fall­er­kran­kun­gen bei Klein­kin­dern füh­ren.

 

Pilz­er­kran­kun­gen

Blast­o­my­co­se: Pilz­er­kran­kung die Haut ,Schleim­haut.Be­fällt in­ne­re Or­ga­ne.

Es bil­den sich Lymph­kno­ten.

Ge­sund­heits­ri­si­ko für Trai­ner und Be­treu­er.

Be­kannt ist dass ver­schie­de­ne Mee­res­säu­ge­ar­ten an ver­brei­te­ten He­fe­pilz­er­kran­kun­gen

star­ben.

 

Aus dem Handbook of Marine Mammal Medicine;Health,Disease and

Rehabilitation "Von C.D. Buck & J.P.Schroder ;ISBN 0849308399 ; 2 TE Ausgabe