Jagdstrategien

United-Dolphins e.V 

Die Jagdtechnik - Shelling

Die Del­fi­ne in Shark Bay in West­aus­tra­li­en sind For­schen­den wohl­be­kannt und wer­den seit 30 in­ten­siv er­forscht.

Mitte der 1990 er-Jah­ren haben For­schen­de die ers­ten Fälle eines au­ßer­ge­wöhn­li­chen Ver­hal­tens do­ku­men­tiert,doch erst 2007 zeig­te die Fo­to­se­rie, dass es dabei um eine Jagd­tech­nik han­delt,wel­che heute als Shel­ling be­zeich­net wird.

Shel­ling ist eine Tech­nik,die Del­fi­ne an­wen­den, wenn sie ihre Beute in gro­ßen lee­ren Schne­cken­ge­häu­se an die Ober­flä­che brin­gen, und schüt­teln dann das nun in der Falle sit­zen­de Essen in ihren Mund-wei die letz­ten Chips ganz unten in der Pa­ckung.

Del­fi­ne sind schnel­le Raub­tie­re,die ihre Beute aktiv jagen. Sie fin­den ihre Beute durch Echo­or­tung und haben hie­für ein spe­zia­li­sier­tes Organ, die Me­lo­ne.

Als ein­zi­ger Del­fin er­nährt sich der Schwert­wal auch von an­de­ren Mee­res­säu­gern wie Rob­ben oder an­de­ren Wal- und Del­finar­ten.

Ei­ni­ge der vor der Küste von Bun­bu­ry in West­aus­tra­li­en le­ben­den in­d­o­pa­zi­fi­schen Gro­ßen Tümm­ler (Tut­si­ops adun­cus) wen­den eine ganz be­son­de­re Tech­nik an,um z.B. die nicht un­pro­ble­ma­tisch zu er­beu­ten­den, über 10kg. schwe­ren und mit acht über drei Meter lan­gen, wehr­haf­ten Armen aus­ge­rüs­te­ten Maori Kra­ken zu jagen.

Sie schla­gen den gro­ßen und kräf­ti­gen Ok­to­pus mehr­fach kräf­tig auf die Was­ser­ober­flä­che oder schleu­dern ihn wie­der­holt ei­ni­ge Meter weit durch die Luft,bis der Tin­ten­fisch sein Be­wusst­sein ver­liert und und seine Wehr­haf­tig­keit ver­liert.

Über Jagd­ge­mein­schaf­ten aus un­er­schied­li­chen Del­finar­ten weiß man recht wenig.
Nur sehr sel­ten kann man die­ses fas­zi­ni­ern­de wei spek­ta­ku­lä­re Ver­hal­ten be­ob­ach­ten.

 

Gemeinsam jagd es sich erfolgreicher

An der Küste von Flo­ri­da le­ben­de Tümm­ler tei­len sich ihre Auf­ga­ben bei der Jagd auf Fisch­schwär­me klar ein. Diese Aus­sa­ge gilt tu­min­dest für die bei­den Del­fin­grup­pen, denen Bio­lo­gen von der Uni­ver­si­tät von Mas­sach­chu­setts in Dart­mouth drei Mo­na­te lang bei ihrer Jagd in un­ter­schied­li­chen Ha­bi­ta­ten auf die Flip­per schau­ten.

Die Bio­lo­gen stell­ten fest,dass immer ein ganz be­stimm­ter Del­fin aus der Grup­pe die schwie­ri­ge Auf­ga­be des Trei­bers über­nimmt, wäh­rend der Rest der Grup­pe ver­sucht eine Bar­rie­re zu bil­den,die für die Beute nicht so ein­fach zu durch­schwim­men ist.

 

Delfine und Wale jagen gemeinsam

Del­fi­ne und klei­ne Schwert­wa­le sind nicht nur ge­sel­lig, sie gehen ge­mein­sam auf Beu­te­fang.
Das haben For­scher vor Neu­see­land be­ob­ach­tet. Beide Arten um­krei­sen dabei ge­mein­sam einen Fisch­schwarm und bil­den einen ein­kes­seln­den Bla­sen­vor­hang. 

Del­fi­ne ler­nen Beu­te­fang -Tech­ni­ken auch von Art­ge­nos­sen Aus­tra­li­sche Del­fi­ne be­nut­zen Schwäm­me als Schnaut­zen­schutz, wenn sie am Mee­res­bo­den nach Fut­ter su­chen.

Den Trick geben die Tiere nicht nur an ihre Nach­kom­men wei­ter - sie haben sich damit auch eine voll­kom­men neue Nah­rungs­quel­le er­schlos­sen.

Mit einem Mee­res­schwamm ais Schnaut­zen­schutz pflü­gen ei­ni­ge Tiere  auf der Suche nach Beute den Mee­res­bo­den um. Eine Ge­we­be­ana­ly­se zeigt nun,  dass sich ihre Er­näh­rung damit
er­heb­lich wan­delt.

Die Nut­zung der Schwäm­me ist eine kul­tu­rel­le Tra­di­ti­on.  Die Schwamm­nut­zer hät­ten sich eine zuvor un­zu­gäng­li­che öko­lo­gi­sche Ni­sche er­obert,schrei­ben die For­scher.

Mit dem Werk­zeug­ge­brauch habe sich ein neues Beu­te­sche­ma ent­wi­ckelt. Auf diese Weise habe sich die Beute -Ko­nur­renz mit den Art­ge­nos­sen er­heb­lich ver­min­dert.

 

Kultur und Entstehung von Sub-Kulturen

Del­fi­ne, vor allem die Tümm­ler­ar­ten,kön­nen sich fle­xi­bel ver­än­dern­den Um­welt­be­din­gun­gen gut an­pas­sen. Be­son­ders deut­lich wird dies bei der Ent­wick­lung ganz un­ter­schied­li­cher Jagd­stra­te­gi­en bei einer be­stimm­ten Grup­pe oder Po­pu­la­ti­on einer Art.

Die je­wei­li­gen, meist tra­dier­ten Jagd­stra­te­gi­en kön­nen dabei der­art un­ter­schied­lich sein,dass man mei­nen könn­te, es hier  es hier mit ver­schie­de­nen Arten zu tun zu haben.

Dies gilt Welt­weit be­son­ders für die am bes­ten er­forsch­te Art. (Tur­si­ops trun­ca­tus) Gro­ßer Tümm­ler.